Das Leben ist eine Waschmaschine …

… und manchmal schleudert es uns ganz schön herum. Dann fühlen wir uns wie das Handtuch, das im Schleudergang an die Trommelwand gedrückt wurde:  ausgepresst.

Dann hoffen wir auf das nächste Wochenende, den Urlaub oder den Mann/Frau des Lebens oder einen Lottogewinn damit alles besser wird. Das wird es dann manchmal auch und wenn das Wochenende/Urlaub vorüber ist, der Mann/Frau doch wieder weg, das Geld verprasst, dann geht es wieder los mit dem Schleudergang.

Spätestens dann sollten wir mal was anderes probieren. Wir könnten uns klarmachen, dass wir selber die Waschmaschine sind. Das Leben, das ist einfach die Wäsche, die es zu waschen gilt. Und die kluge Hausfrau weiß, es gibt immer Wäsche. Man kann zwar einiges vermeiden, z.B. mit dem blütenreinen Hemd die Autoreifen zu wechseln, Erdbeeren zu ernten oder Spaghetti mit Tomatensauce zu essen, aber irgendwann werden wir eben wieder dreckig, wenn wir wirklich leben wollen. Keiner will doch als Kleiderständer durch die Welt laufen, von einigen Supermodells abgesehen, dann lieber Tomatensauce inklusive Flecken.

Leben ist also Wäschewaschen, wir sind die Waschmaschine und müssen eigentlich nur das richtige Programm einlegen, dann läuft es schon. Nur unsere Programme, das sind Sorge und Ärger und Wut und  Trübsinn.

Mit Sorge kann man gut Wäsche waschen, da steckt ja auch das Sorgen, das Kümmern drin. Eigentlich ein gutes Waschprogramm, sich um andere kümmern, um sich selbst kümmern. Wenn nur nicht das sich Sorgen machen wäre. Das ist dann so, als würde man die Waschmaschine im Leerlauf waschen lassen, also ohne Wäsche drin und das ist doch nicht sehr klug. Wenn wir nachts im Bett liegen und uns Sorgen machen, um Dinge, die vielleicht morgen geschehen könnten, dann ist das im Leerlauf waschen. Die Sorgen von morgen können wir heute noch nicht waschen.

Ärger und Wut hören sich nicht nach einem guten Programm an, aber sie sind wertvoll. Wenn wir uns nie über was ärgern, dann können wir auch nie etwas verändern. Der Ärger ist die Kraft auch mal den Schleudergang einzulegen und alles auf den Kopf zu stellen. Die Wut, das sind dann vielleicht ein paar Umdrehungen zu viel. Die Wollwäsche kann 1.400 Touren nicht vertragen, dann ist sie Filz hinterher. Also nicht zu heftig schleudern.

Und der Trübsinn, der hat auch sein Gutes. Manchmal müssen wir die Wäsche erst mal einweichen lassen, mal ein bisschen in der Lauge liegen lassen. Man kann ja auch ein Wellnessprogramm daraus machen. Aber dann geht es wieder weiter mit spülen und schleudern, nur vielleicht im Schonwaschgang.

Und wie legen wir nun das richtige Waschprogramm ein? Meistens sind wir ja ziemlich festgefahren und nehmen automatisch immer dasselbe Programm, Wäsche hin oder her. Da hilft nur Aufmerksamkeit, Achtsamkeit sagen die Buddhisten. Das kann man gut in der Meditation einüben. Erst mal Wäsche sortieren, also anschauen, was da so ankommt. Dann können wir manchmal dabei zuschauen, wie wir automatisch den höchsten Schleudergang einnehmen. Das ist wie vor dem Bullauge der Waschmaschine sitzen und zugucken, wie unsere Gedanken immer wieder dieselbe Wäsche herumwirbeln und wieder und wieder und ganz schön langweilig, eigentlich. Irgendwann hört das Herumgeschleudere schließlich von selber auf. Auf den Programmwahlknopf drücken wäre ja ganz schön und ginge schneller, nur leider sind wir keine Maschinen und unser Geist kommt nicht auf Knopfdruck zur Ruhe. Aber wir haben ja die Achtsamkeit. Lenke sie auf ein anderes Programm. Fang einfach mit der Wahrnehmung des Atems an. Einatmen, ausatmen, vielleicht die Atemzüge zählen und wenn sich doch wieder das andere Programm einschaltet, auf ein Neues: Ein – aus, eins, zwei, drei ….

Dann bist du im Meditationsprogramm und hinterher macht Wäsche waschen wieder Spaß.